Tarifvertrag druckindustrie schleswig-holstein

22 Seit der deutschen Wiedervereinigung hat sich eine enorme Lohnspanne abgesprochen. Durch die Dezentralisierung des Tarifsystems und den Rückgang der Tarifbindung hat die Lohnstreuung vor allem im unteren Drittel der Gesellschaft zugenommen (Lehndorff 2009). 2010 beschäftigte fast jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland einen Stundenlohn unterhalb der Niedriglohngrenze von 9,15€. Seit 1998 ist die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten von 40,5 Millionen Erwerbstätigen (ca. 35 Millionen in der Privatwirtschaft) um 2,3 Millionen gestiegen (Kalina/Weinkopf 2012). Anmerkungen: 1) Möglichkeit, eine freiwillige Betriebsvereinbarung über eine flexible gewinnorientierte jährliche Bonuszahlung in einer Spanne zwischen 90 % und 120 % des Monatsgehalts auszuhandeln. 2) Möglichkeit, eine freiwillige Betriebsvereinbarung über eine variable gewinnbasierte jährliche Bonuszahlung in einer Spanne zwischen 70% und 130% des Monatsgehalts auszuhandeln. 3) Möglichkeit, eine freiwillige Betriebsvereinbarung über höhere oder niedrigere Jahresboni in einer Spanne zwischen 95% und 125% in Westdeutschland und 50% –80% in Ostdeutschland auszuhandeln. 4) Plus 25,56 € pro Kind 5) Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen: 60% 6) Ost-Berlin: 52,5% 7) Möglichkeit, einen freiwilligen Betriebsvertrag über eine jährliche Bonuszahlung in einer Spanne zwischen 37,5% und 77,5% des Monatsgehalts je nach wirtschaftlicher Situation des Unternehmens auszuhandeln.

8) Verhandlungsregion Osnabrück: 27,5% –57,5%; Südwürttemberg-Hohenzollern 30%–60% 9) Ost-Berlin und Brandenburg: 25% –55% Der Arbeitsvertrag und der Tarifvertrag für Arbeitnehmer in der Industrie, die als wegweisende Tarifverträge im Mindestlohnbereich fungieren, decken mehr als 6.000 Unternehmen und 230.000 Beschäftigte ab. Die Regeln des Tarifvertrags z.B. über Urlaub, Ermessensurlaub und das optionale Lohnkonto werden gestrafft, um eine bessere Angleichung an das neue Urlaubsgesetz zu gewährleisten, das am 1. September 2020 in Kraft tritt. 48Das zugrunde liegende Problem hängt mit der institutionellen Grundlage zusammen: Obwohl dies langfristig zu kurzfristiger Stabilität führt, führt dies langfristig zu einer weiteren institutionellen Destabilisierung (Streeck 2009).6 Das ständige Personal wird sogar schwächer, weil die zunehmende Unsicherheit die Trennung von Kern- und Peripheren in dem Maße auflöst, dass sich die Unsicherheit auf das formal abgesicherte, aber zunehmend kleine Kernpersonal ausbreitet und selbst zur Normalität wird (Bourdieu 1998, Hürtgen 2008). Deshalb hat die IG Metall ihren Fokus in Richtung Regulierung dieses Komplexes verlagert. In ihrem jüngsten Tarifvertrag hat es die Gewerkschaft geschafft, einige, wenn auch noch begrenzte Mitbestimmungsrechte für die Nutzung von Leiharbeit zu gewinnen. Dies gibt den Betriebsräten einen Hebel, um den umfangreichen Einsatz von Zeitarbeit zu verlangsamen. 20Ein Effekt dieser beiden Entwicklungen ist die zunehmende Erosion des Tarifverhandlungssystems. Einerseits nimmt das Spektrum der Tarifverträge ab; und auf der anderen Seite schrumpft ihre Standardisierungskapazität (Streeck/Rehder 2005).

Posted on 5 augustus 2020 in Geen categorie

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